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Schluss mit der Fehlerangst: Wie Fehler uns wachsen lassen

„Hilfe, ich habe meinem Chef eine unvollständige Präsentation zugeschickt!“ oder „Ich habe das falsche Geschenk gekauft“

Die meisten von uns sollten diese Sätze bekannt vorkommen. Das sind unsere alltäglichen Fehler, die wir oftmals nicht so leicht vergessen. Häufig ist es so, dass wir dann stundenlang Abends wach liegen und uns darüber entweder aufregen oder wir anfangen immer mehr an uns selbst zu zweifeln. Aber warum eigentlich? Die Selbstoptimierungsphase boomt schon seit Jahren. Wir wollen besser aussehen, gehen häufiger Sport machen, möchten mehr Geld verdienen und und und. Und wenn wir dann einen Fehler machen, fürchten wir vor verheerenden Konsequenzen.

Ist das aber Auslöser? Naja, nicht ganz.

Vieles prägt uns in unserer Kindheit. Sei es unsere Eltern, die uns angeschrien haben, als wir etwas kaputt gemacht haben oder durch falsche Freundschaften, die uns damals gezeigt haben, dass wir nur dazugehören, wenn wir liefern. Viele Situationen haben uns demnach gezeigt, dass wir oftmals nicht nur „Sein“ durften und erst verstellen oder etwas tun mussten, um gesehen oder geliebt zu werden. Dadurch haben wir unseren Perfektionismus verstärkt. Wenn dann noch unser Chef uns weiterhin im Erwachsenenalter zeigt, dass er wütend wird, wenn etwas nicht läuft, dann durchlaufen diese Muster weiterhin unser Leben. Aber da sollte man sich wirklich fragen, ob man auf lange sich für so jemanden arbeiten möchte. Aber das ist ein anderes Thema.

Wir müssen uns bewusst machen, dass wir von klein auf Fehler machen werden und darum kommen wir nicht drum rum. Egal aus welchem Land wir kommen, welche Religion wir haben oder in welcher Bildungsstufe wir uns befinden, Fehler machen ist in uns Menschen verankert. Keiner von uns ist perfekt. Denn auch Perfektionismus ist größtenteils subjektiv und ist oft nicht wirklich messbar. Daher müssen wir niemandem etwas vormachen. Für wen streben wir dann überhaupt das Perfekte an?

Fehler zu machen wird häufig in unserer Gesellschaft fehlinterpretiert. Allein schon mit dem Wort an sich wird etwas negatives verbunden. Aber das sollte nicht sein! Fehler sind essentiell für unsere Entwicklung. Und wie wir schon von klein auf Buchstabieren gelernt haben und dabei immer wieder kleine Fehler gemacht haben, so können wir im Erwachsenenalter Buchstabieren im Schlaf.

Viele wichtige und bekannte Theorien von Wissenschaftlern oder neue Ideen wurden so entwickelt, dass sie mit vielen Anläufen und Fehlern erst entstanden sind.

Fehler geben uns neues Wissen und eine neue Ausrichtung. Es ist deutlich wichtiger aus Fehlern zu lernen, als dass wir versuchen sie zu vermeiden. Und nur weil wir Erwachsen sind, heißt es nicht, dass wir uns das nicht erlauben können. Unser Gehirn lernt jeden Tag neu und auch schlechte Erfahrungen aus der Kindheit können mit positiven Erfahrungen überspielt werden. Deshalb heißt es nicht, dass wir unser ganzes Leben lang nur Angst haben müssen Fehler zu machen.

Was du jetzt mitnehmen darfst:

  • Fehler sind menschlich und unvermeidbar – niemand ist perfekt
  • Perfektionismus entsteht oft durch Prägungen und äußere Erwartungen
  • Fehler sind wichtig für Wachstum und persönliche Entwicklung
  • Es ist wertvoller, aus Fehlern zu lernen, als sie krampfhaft zu vermeiden
  • Auch wir Erwachsene können und dürfen Fehler machen

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