Oftmals klammern wir an unseren Partnern oder Bezugspersonen fest und nur der Gedanke allein gelassen zu werden löst in dir einen Schauer am Rücken aus. Kommt dir das bekannt vor?
Und jetzt willst du vermutlich verstehen warum das so ist und wie du das ändern kannst.
Viele von uns sind gerne in Partnerschaften, weil sie das Gefühl haben, dort Geborgenheit und Liebe zu erfahren. Wer möchte das denn auch nicht?
Aber was ist, wenn die Partnerschaft zum Sucht-Problem wird. Zum Lebenselixier, ohne das man nicht mehr Leben kann? Wenn wir anfangen stark zu Klammern. Angst haben, den Partner aus den Augen zu verlieren und Angst haben, dass er irgendwann uns verlässt?
Das ist ein grundlegendes Phänomen und hat häufig schon in der Kindheit seinen Ursprung.
In solchen Beziehungskonstellationen sind wir ständig von der Unsicherheit und Angst geprägt, dass eine einzige Situation dazu führen kann, völlig allein gelassen zu werden. Und um das zu verhindert, wird fest geklammert, ständig kontrolliert oder wir versuchen es dem Partner recht zu machen und passen uns an, in dem wir Teile von uns selbst aufgeben, nur damit der Partner weiterhin bei uns bleibt.
Oftmals entstehen oft starke Abhängigkeiten, starke Kontrollzwänge oder starke Idealisierungen, sodass der Partner Lebensmittelpunkt für uns wird.
Aber was hat das mit unserer Kindheit zu tun?
Frühe inkonsistente Erfahrungen wie der der Eltern oder Bezugspersonen, können dazu führen, dass wir keine Sicherheit und keinen Schutz erfahren. Wenn wir uns schlecht Verhalten haben oder wir nicht das getan haben, was von uns verlangt wurde, wurden wir bestraft oder uns wurde das Gefühl gegeben nicht gut genug zu sein. Und um möglichst viel Zuneigung zu erfahren, was in unserer Kindheit für unsere Entwicklung essentiell ist, haben wir uns so weitgehend angepasst, es unserer Bezugsperson recht zu machen.
Wenn ich das leiste, dann bin ich wertvoll und erhalte Liebe
Und daraus entstehen unsichere Bindungsstile, die darauf nur abzielen, alles zu leisten oder mit der ständiger Angst konfrontiert zu sein, dass ein Fehler dazu führen kann, verlassen zu werden oder für ein unerwünschtes Verhalten bestraft zu werden.
Es ist wichtig das wahrzunehmen und euch bewusst zu machen, dass ihr nicht schuldig dafür seid. Jedoch habt ihr jetzt die Möglichkeit Verantwortung dafür zu übernehmen und euch Hilfe zu suchen, wenn es eure Partnerschaft oder euren Alltag stark belastet.
Psychologen oder Paartherapeuten können euch gezielt unterstützen und euch mehr Leichtigkeit im Alltag verschaffen, aber auch Ratgeber, können euch auf eurer Reise unterstützen: Das kann ich empfehlen
Was du jedoch jetzt schon tun kannst:
- Eigenes Verhalten beobachten: Achte darauf, wann du in deiner Beziehung klammerst, kontrollierst oder dich ständig anpasst.
- Muster erkennen: Überlege, welche Ängste oder Unsicherheiten dein Verhalten antreiben (z. B. Angst vor Verlust).
- Selbstwert reflektieren: Erkenne, dass Liebe und Wert nicht an Leistung oder Anpassung gebunden sind.
- Grenzen setzen: Lerne, eigene Bedürfnisse zu äußern, ohne Angst vor Ablehnung.
- Professionelle Unterstützung suchen: Psychologen oder Paartherapeuten können helfen, ungesunde Muster zu durchbrechen.
- Selbstfürsorge praktizieren: Aktivitäten und soziale Kontakte pflegen, die dir unabhängig vom Partner Sicherheit und Freude geben.
- Schuldgefühle loslassen: Verstehe, dass die Muster aus früheren Erfahrungen stammen – du bist nicht schuld.
Das kann dabei helfen mehr Selbstkontrolle zu erlangen, befreiter zu werden und eure Partnerschaft zu unterstützen.
