Veröffentlicht in

Freundschaften: Wieso dein Umfeld mehr über dich aussagt als du denkst

Du bist die Summe aller deiner Freundschaften? – Ist da etwa mehr Wahrheit dran als wir denken?

Schauen wir uns das genauer an. Unsere Freundschaften sind oft Hauptbestandteil unseres Lebens. Schon früh am Morgen schicken wir Freunden eine kurze Sprachnachricht und lassen Ihnen ein kurzes Tagesupdate da. Wenn noch Platz ist, trifft man sich eventuell noch auf einen Kaffeeplausch und lässt kein Detail seines Lebens aus.

Und klar, dass man anfängt Probleme des anderen aufzugreifen. Diejenigen, die sich gut Abgrenzen können, wissen, dass die Schwierigkeiten nicht unsere sind und wir höchstens nur Lösungen anbieten können.

Jedoch passiert es häufiger Mal, dass wir bewusst oder unbewusst ein fremdes Problem zu unserem eigenen machen. Situationen eines anderen werden auf unser eigenes Leben projiziert. Und wenn zuvor unsere eigene Beziehung keine Schwierigkeiten hatte, wird sie plötzlich genauer unter die Lupe genommen.

Nun wird auch in unserer eigenen Beziehung nach diesem Problem gesucht, welches unsere Freunde uns zuvor mitgeteilt haben. Wir fangen an, nach Fehlern zu suchen, wo keine sind und können damit unsere problemloses Leben aufs Spiel setzen. Und das nur, weil wir unseren Freunden zuhören wollten.

Mit einer gewissen Distanz zum Problem, ist das ja völlig in Ordnung. Darauf zielen Freundschaften auch ab. Füreinander da zu sein.

Aber was ist, wenn Freunde Charaktereigenschaften annehmen oder Gewohnheiten haben, die wir überhaupt aus unserem Leben streichen wollen? Sollen wir deshalb den Kontakt zu all unseren Freunden abbrechen?

Das ist jedem selbst überlassen.

Jedoch sind Freundschaften primär für unseren Selbstwert und unsere Gesundheit ausschlaggebend. Sie bieten emotionale Stabilität, geben uns Sicherheit und fördern unsere persönliche Entwicklung. Und zusätzlich führen sie automatisch dazu, dass wir gewisse Denk- und Verhaltensmuster übernehmen, um uns anzupassen.

Dann passiert es häufiger als man denkt, dass auch negative Verhaltensmuster, wie das Lästern über andere oder Drama machen, obwohl es keinen Grund dazu gibt, übernommen werden.

Manche würden jetzt sagen, dass sie kaum beeinflussbar sind und dass das Ihnen nicht passiert. Das mag vielleicht für manche so sein, aber wenn wir ehrlich zu uns sind, wissen wir, dass wir uns gerne anpassen, nur um jemandem zu gefallen, um nicht ausgegrenzt zu werden und weil wir jemanden lieben oder auch, weil wir die Person gegenüber nicht verletzten wollen. Und das passiert dann oft auch unbewusst, dass wir plötzlich anfangen, genauso zu sprechen wie der Freund oder wir anfangen dieselbe Musik zu hören.

Es geht nicht darum alle Freundschaften zu reduzieren, sondern vielmehr darum wahrzunehmen und unsere Freundschaften genauer zu beleuchten:

Tut mir die Freundschaft gut? Lässt sie mich entfalten? Kann ich von der Person lernen oder führt sie dazu, dass ich mich in die entgegengesetzte Richtung entwickle?

Und so hart es auch klingt, oftmals muss man einen gewissen Abstand oder Distanz wahren, um sich selbst zu schützen. So wie wir mit einem Nein unsere Grenzen schützen, so schützen wir mit gewissem Abstand unser Selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert