Habe ich alles gerade richtig gemacht? Wieso hat mich die Kassiererin gerade so angeschaut? Bin ich eine gute Mutter? – Wer kennt diese dauernden Denkfallen?
Und zwei Gedanken mehr und schon sitzt man in tiefer Traurigkeit. Unser denken beeinflusst unseren Alltag und insbesondere unsere Emotionen. Wir hinterfragen unsere Leistung und erinnern uns plötzlich an das schlechte Feedback von vor zwei Jahren und plötzlich fühlen wir uns schlecht und nicht gut genug. Dabei reicht es, sich mit unserer Gehirnstruktur auseinanderzusetzen. Er ist wie ein Muskel, den wir mit unserem Denken beeinflussen können. Wenn wir das Leben täglich nur schwarz-weiß sehen, werden Muskeln demnach so trainiert, dass die nächste Familienfeier nur in schwarz-weiß gesehen wird. Noch mehr dazu erfährt ihr allerdings in dem Buch, welches ich hier empfehlen kann: Schau rein.
Und so geraten wir dann umso häufiger in die negativen Gedankenspiralen, kommen schwer raus und die einzige sinnvolle Lösung ist einen Psychologen aufzusuchen, der uns während unseren daraus resultierenden Begleiterscheinungen, wie der Depression, unterstützen muss.
Helfen jetzt nur noch der Psychologe und Tabletten? Nein, in vielen Fällen nicht.
Natürlich verfallen wir schneller in Traurigkeit, wenn uns die fehlenden Botenstoffe, die für das Glücklich sein verantwortlich sind, fehlen. Aber dem entgegensteuern können wir größtenteils auch mit unserem Denken. Nicht ohne Grund sind laut Studien, diejenigen, die von Natur aus häufiger Grübeln, eher Depressionen ausgesetzt, als diejenigen, die sich weniger Gedanken machen. Und in dem wir uns im Supermarkt an der Kasse ständig daran erinnern, dass sich eine Person vor einem Jahr mit Frechheit vorgedrängelt hat, trainieren wir eben gerade diese Neuronalen Netze, welche ins uns automatisch Wut entfachen, sobald wir wieder am Kassenband stehen.
Wenn wir genau diese Situationen zukünftig häufiger mit positiven Erfahrungen und Gedankensätzen überschreiben und trainieren, löst der nächste Supermarkt keinen Wutanfall mehr aus, sondern führt womöglich zur deutlichen Entspannung.
Wie du Grübeln endlich stoppst:
- Gedanken erkennen: Achte, wenn Grübeln oder Selbstkritik auftauchen und unterscheide sie von normalem Nachdenken
- Stopp sagen: Sage dir laut Stopp, um deinem Kopf klar zu machen, dass es mit dem Denken reicht. Sei jedoch nicht wütend, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Die Technik muss geübt werden
- Beschäftige dich: Nutze die Zeit, in dem du etwas machst, was deine Gedanken umlenken lässt
- Kämpfe nicht dagegen an: Behandle deine Gedanken als einen zu schnell funktionierenden Computer, der gerade viele Informationen auf einmal verarbeiten muss und noch nicht weiß, in welchen Ordner die Informationen abgespeichert werden sollen
- Positives trainieren: Überschreibe alte negative Erfahrungen mit neuen, guten Gedanken (Beispiel: Statt „Ich habe heute in der Arbeit versagt!“ überschreibe mit „Ich habe einen Fehler gemacht und morgen habe ich die Chance es besser zu machen“
- Hilfe nutzen: Wenn Spiralen zu stark werden, hol dir Unterstützung (z. B. Psychologe)
