Der Trend zum wenig haben hat jeder von uns schon Mal gehört – weniger ist mehr. Da erinnere ich mich an den Satz, den mir meine Mutter gesagt hat, als ich vollgeschminkt aus dem Haus gehen wollte. Und vielleicht hatte sie da auch recht. Was aber ist so faszinierend daran, sich von wichtigen Gegenständen zu lösen, denen wir im Laufe der Zeit deutlich an Bedeutung gegeben haben? Da wird der eine oder andere das ganz kritisch hinterfragen, ob er die teure Mascara oder die alte Spielkonsole wirklich wegwerfen sollte, wenn man doch hierfür einige Wochenenden als Aushilfe schuften musste und noch bis heute den Schmerz in den Beinen spürt.
Natürlich lösen die gekauften Gegenstände in uns etwas aus. Ein kurzes Gefühl der Freude beim Kauf eines Fahrrads, um erste Fahrradtouren zu unternehmen. Doch auf lange Sicht entfachen diese Dinge keine langfristige Freude. Viele werden merken, dass die wahre Freude daraus resultiert, sich mit den geliebten Menschen zu unterhalten, Morgens auszuschlafen oder einfach nur den Kaffee zu genießen, statt mit Hektit zur Arbeit gehen zu müssen.
Und darauf zielt der Minimalismus ab.
Sich auf die wesentlichen Dinge in unserem Alltag zu fokussieren. Sobald sich nämlich unser Besitz erweitert, so erweitert sich automatisch unser Fokus und wir versuchen im Alltag Multitasking zu betreiben. Und sind wir mal ehrlich. Das hat bei kaum jemanden so wirklich funktioniert. Entweder verlieren wir den Fokus uns auf unsere Kinder zu fokussieren und sind abgelegt vom neusten IPhone oder treten aus versehen auf die unzähligen Spielsachen unserer Kinder, die kaum noch benutzt werden, weil Oma und Opa gestern schon wieder neues Spielzeug gekauft haben und die Kinder langsam nicht mehr wissen, mit was sie spielen sollen.
Und das alles einfach wegwerfen?
Nein! Damit wird keineswegs gemeint, alles wegschmeißen zu müssen. Sondern vielmehr bewusst mit den Dingen umzugehen, die wir bereits besitzen. Sich den Augenblick Zeit nehmen, um zu überlegen, was wirklich im Alltag gebraucht wird und was nicht. Und dieses Bewusstsein für die langfristig wichtigen Dinge zu schaffen. Menschen und Dinge, mit denen wir nicht zurecht kommen könnten, wenn sie fehlen würden.
Minimalismus verschafft Leichtigkeit im Alltag und als guter Nebeneffekt führt es auch dazu, bewusster mit Geld umzugehen.
Was du jetzt tun kannst:
- Fokus auf Wesentliches: Überlege, was im Alltag wirklich wichtig ist, nach dem Motto „Was will ich und was brauche ich wirklich?“
- Bewusst besitzen: Halte nur Dinge, die langfristig Freude oder Nutzen bringen
- Leichtigkeit üben: Schaffe Freiraum im Alltag und für Beziehungen, statt auf materielle Dinge zu setzen
